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Sexarbeit

Prostitution - Lebenswelten und Mythen
Autostrich, Hamburger Fischmarkt, 1968
"Sexarbeit" - der Begriff geht auf die amerikanische Prostituiertenbewegung und ihre Forderung nach rechtlicher und sozialer Gleichstellung zurück.
Sexarbeit ist eine traditionsreiche Dienstleistung und stellt heute einen beträchtlichen Wirtschaftsfaktor dar: Etwa 200 000 vorwiegend Frauen arbeiten hierzulande im Sexgewerbe, der Jahresumsatz wird auf ca. 14 Milliarden Euro geschätzt.
Eine Ausstellung im Hamburger "Museum der Arbeit" geht dem Berufsbild noch bis zum 26. März 2006 auf den Grund.

Prostitution ist heute als Berufstätigkeit anerkannt und legal. Das Gesetz von 2002 hat die Diskriminierung der Prostitution als sittenwidrig aufgehoben.

Enkel
Prostituierte um 1930: Hamburger Gängeviertel.
(Museum der Arbeit)
Prostituierte können seitdem in die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung eintreten.

Die Ausstellung wirft einen Blick hinter die Kulissen, zeigt, was im Schatten des Voyeurismus häufig unsichtbar bleibt: eine Arbeitswelt zwischen Illusion und Wirklichkeit, sie kratzt an Klischees ohne den moralischen Zeigefinger, fragt: Ist Sexarbeit ein Beruf wie jeder andere auch? Gibt es das große, schnelle Geld? Wie sehen Prostituierte ihre Arbeit?

Zentrale Themen der Ausstellung sind:
  • Arbeit im Sexgewerbe
  • Paradigmenwechsel in der gesundheitlichen Prävention
  • Arbeitsmigration und Prostitution
  • Recht und Sitte
  • Geschichte der Sexindustrie in Hamburg mit einigen Streiflichtern auf Berlin und Beispielen aus der NS-Zeit mit Bordellen für Wehrmacht und in KZs
  • Beispiele aus Europa und Übersee
  • Drogenprostitution
  • Frauenhandel / sexualisierte Gewalt
  • Prostitutionskunden / Freier
  • Prostituiertenbewegung national und international
  • Künstlerische Positionen

  • Enkel
    Stuttgarter Hurenball, Plakat 2002
    (Museum der Arbeit)
    Authentische Exponate aus der Zeit von 1850 bis 2005 sind in der kulturgeschichtlichen Schau zu sehen: das Rechnungsbüchlein des "Kontrollmädchens" Margarete Sietz von 1861, Arbeitskleidung und -geräte verschiedener Sparten im Sexgewerbe - ob Fensterschuhe aus der Herbertstraße oder Cockring in der mann-männlichen Prostitution; Filmplakate wie "Die Sünderin" von 1951; Ladenschilder des Seaman´s Store aus dem Hamburger Hafen; Poster der Hurenbewegung; Kondome der Wehrmacht, Fußreifen indischer Tempelprostituierter...Objekte, aus öffentlichen und privaten Sammlungen sowie aus der Hand von Sexarbeiter/innen mit persönlichen Geschichten.

    Das Buch zur Ausstellung hat 350 Seiten/350 Abb, kostet 24,90 Euro (Edition Temmen).

    Zur Ausstellung wird ein umfangreiches Rahmenprogramm angeboten.

    Museum der Arbeit — Wiesendamm 3 — 22305 Hamburg
    direkt am U-/S-Bahnhof Barmbek
    Tel: 040/428 133-0 — Fax: 040/428 133-330
    geöffnet Mo 13-21 Uhr — Di-Sa 10-17 Uhr — So 10-18 Uhr


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