Das Geschäft mit den Klingeltönen
Die Zeiten, in denen ein Telefon einfach ein Telefon war, sind längst vorbei. Und wo es früher gerade einmal möglich war, die Lautstärke des schrillen Klingelns einzustellen, ist heute eine ganze Landschaft verschiedenster Geräusche entstanden.
Die neuen Geräusche des Alltags heißen, zumindest auf den Schulhöfen des Landes, Klingeltöne. Der eine schwört auf Herbert Grönemeyer, andere auf den Schrei eines Hahns oder die Stimme der besten Freundin. Individualisierung ist angesagt. Zumindest auf den ersten Blick.
Denn wo sich früher die Individualität im (Anders-)Denken gezeigt hat, steht heute scheinbar, neben dem richtigen Outfit, die Wahl des passenden Klingelns für jede Lebenslage im Augenmerk der Kids. Doch nicht nur in den Schultaschen und Markenklamotten klingelt es. Auch in den Kassen cleverer Klingelton-Vermarkter macht sich dieser Trend bemerkbar.
Zum Beispiel bei der Jamba! AG mit Sitz in Berlin. Als „klassisches“ Unternehmen der New Economy werden hier Klingeltöne, Handylogos und Handyspiele an eine vorwiegend minderjährige Kundschaft verkauft. Geschätzter Erlös Ende 2004: 70 Millionen Euro. Da nimmt es nicht wunder, dass die Betreiber des Unternehmens im vergangenen Jahr rund 273 Millionen US-Dollar durch den Verkauf von Jamba! in ihre Taschen stecken konnten.
Mancher Hersteller von Telefonen kann von solchen Zahlen nur träumen. Doch nicht nur Jamba!, Handy.de, ein großer Anbieter mit Sitz in Hamburg, und etliche andere profitieren vom Boom der Klingeltöne. Auch die GEMA kassiert eifrig mit, denn Klingeltöne gelten auch in der Popszene als die neuen Hits. Und schon jetzt ist der Umsatz höher als bei Single-CDs.
Und für einen neuen Klingelton muss man noch nicht einmal in einen Laden gehen. Per SMS wird dieser bequem auf das eigene Mobiltelefon geladen. Die Vielfalt der Angebote kennt keine Grenzen. Und wenn die eigenen Bedürfnisse mal nicht ausreichen, springt die Werbung gerne ein und sorgt dafür, dass kein neuer Trend ausgelassen wird.
So zum Beispiel Branchenprimus Jamba! wo seit einiger Zeit Werbespots, speziell für eine jugendliche Zielgruppe geschaltet werden. Klar, dass in diesem Zeitalter der unbegrenzten Telephonie auch der Besuch von Diskotheken unter Jugendlichen stark nachlässt. Bei deren scheinbar veraltetem Geschäftsmodell sind auch Umsatzeinbußen im zweistelligen Bereich keine Sensation. Denn hat der Nachwuchs mal kein Geld für den Eintritt heißt es draußen bleiben.
Bei den Klingeltönen indes folgt die Rechnung und damit das böse Erwachen erst am Monatsende. Und dann findet sich meist ein Erwachsener, der am Ende die Zeche zahlt.
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Die neuen Geräusche des Alltags heißen, zumindest auf den Schulhöfen des Landes, Klingeltöne. Der eine schwört auf Herbert Grönemeyer, andere auf den Schrei eines Hahns oder die Stimme der besten Freundin. Individualisierung ist angesagt. Zumindest auf den ersten Blick.
Denn wo sich früher die Individualität im (Anders-)Denken gezeigt hat, steht heute scheinbar, neben dem richtigen Outfit, die Wahl des passenden Klingelns für jede Lebenslage im Augenmerk der Kids. Doch nicht nur in den Schultaschen und Markenklamotten klingelt es. Auch in den Kassen cleverer Klingelton-Vermarkter macht sich dieser Trend bemerkbar.
Zum Beispiel bei der Jamba! AG mit Sitz in Berlin. Als „klassisches“ Unternehmen der New Economy werden hier Klingeltöne, Handylogos und Handyspiele an eine vorwiegend minderjährige Kundschaft verkauft. Geschätzter Erlös Ende 2004: 70 Millionen Euro. Da nimmt es nicht wunder, dass die Betreiber des Unternehmens im vergangenen Jahr rund 273 Millionen US-Dollar durch den Verkauf von Jamba! in ihre Taschen stecken konnten.
Mancher Hersteller von Telefonen kann von solchen Zahlen nur träumen. Doch nicht nur Jamba!, Handy.de, ein großer Anbieter mit Sitz in Hamburg, und etliche andere profitieren vom Boom der Klingeltöne. Auch die GEMA kassiert eifrig mit, denn Klingeltöne gelten auch in der Popszene als die neuen Hits. Und schon jetzt ist der Umsatz höher als bei Single-CDs.
Und für einen neuen Klingelton muss man noch nicht einmal in einen Laden gehen. Per SMS wird dieser bequem auf das eigene Mobiltelefon geladen. Die Vielfalt der Angebote kennt keine Grenzen. Und wenn die eigenen Bedürfnisse mal nicht ausreichen, springt die Werbung gerne ein und sorgt dafür, dass kein neuer Trend ausgelassen wird.
So zum Beispiel Branchenprimus Jamba! wo seit einiger Zeit Werbespots, speziell für eine jugendliche Zielgruppe geschaltet werden. Klar, dass in diesem Zeitalter der unbegrenzten Telephonie auch der Besuch von Diskotheken unter Jugendlichen stark nachlässt. Bei deren scheinbar veraltetem Geschäftsmodell sind auch Umsatzeinbußen im zweistelligen Bereich keine Sensation. Denn hat der Nachwuchs mal kein Geld für den Eintritt heißt es draußen bleiben.
Bei den Klingeltönen indes folgt die Rechnung und damit das böse Erwachen erst am Monatsende. Und dann findet sich meist ein Erwachsener, der am Ende die Zeche zahlt.

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