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Und jetzt mach ich das Sportabzeichen

In seiner Jugend war Franz Lindner ein wahres Sportass. Die 100m lief er in 11,3 Sekunden und auch im örtlichen Fußballverein schoss er als Linksaußen Tor um Tor. Doch mit den Jahren rückten Beruf und Familie immer mehr in den Mittelpunkt.

Eine Geschichte mit Modellcharakter. Ab einem bestimmten Alter rückt sportliche Betätigung gegenüber anderen Lebensbereichen immer mehr in den Hintergrund. Sei es aus Trägheit, sei es aus Zeitmangel. Daran hat sich auch im Rahmen des so genannten „Fitness-Wahns“ nur wenig geändert.

Lindner ist mittlerweile 65 Jahre alt und in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Nun endlich ist genug Zeit vorhanden, all die Dinge zu tun, die in den Jahren zuvor zu kurz gekommen sind.

Leider fehlt es vielen älteren Menschen am Ehrgeiz und an der Motivation, sich wieder sportlich zu betätigen. Dabei ist es inzwischen Allgemeinwissen, dass Sport jung hält und ein unverzichtbarer Bestandteil eines gesunden Lebens ist. Doch inmitten des Überangebots an Trendsportarten ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.

Ein etwas aus der Mode gekommener Klassiker ist da das Deutsche Sportabzeichen. Nicht nur Prominente wie der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker schwören auf diese Art der Ertüchtigung.

Ein großer Vorteil des Sportabzeichens ist es, dass klare Ziele und Vorgaben existieren. Das Training bekommt so ein klar definiertes Ziel, anders als beim bloßen Joggen im Park. Und warum sollte man nicht auch im fortgeschrittenen Alter noch sportlichen Ehrgeiz entwickeln?

Das Sportabzeichen kann von jedem erworben werden, unabhängig davon, ob eine Mitgliedschaft in einem Sportverein besteht oder nicht. Die meisten Sportvereine bieten Termine an, an denen die Prüfungen abgenommen werden.

Der Grundgedanke des Sportabzeichens ist die Vielseitigkeit. Und seit fast hundert Jahren werden in fünf Leistungsgruppen „motorische Grundlagen wie Ausdauer, Schnell- und Sprungkraft sowie Schnelligkeit geprüft“ (Deutscher Sportbund). Diese Prüfung kann in 13 verschiedenen Sportarten erfolgen.

Ein Bestandteil ist auf jeden Fall das Schwimmen. Dazu kommt eine Prüfung der Sprungkraft, wahlweise im Weitsprung, Hochsprung, Standweitsprung oder einem Hock- bzw. Grätschsprung.
Die Schnelligkeit kann in verschiedenen Laufdisziplinen oder im Radsport geprüft werden. Neuerdings ist in diesem Bereich auch das Inline-Skating hinzugekommen. Ein Nachweis über Ausdauer wird im Langlauf, Walking oder Radfahren erbracht. In manchen Fällen kann aber an dieser Stelle auch Schwimmen oder sogar Skilanglauf eingebracht werden. Zuletzt wird die Schnellkraft durch Kugelstoßen oder Werfen unter Beweis gestellt.

Die einzelnen Anforderungen sind nicht zu hoch angesetzt und können nach Aussage des Deutschen Sportbunds mit ein wenig Training durchaus erreicht werden.

Im Rahmen des Deutschen Sportbunds existieren bundesweit 3.000 Sportabzeichen-Treffs, die sowohl für Fortgeschrittene als auch für Anfänger geeignet sind.

Auf der Homepage des Verbands können Sie sich detailliert über die Anforderungen informieren und erfahren, wo der nächste Treff in Ihrer Nähe ist.

Die Homepage des Deutschen Sportbunds mit Informationen zum Sportabzeichen:
www.deutsches-sportabzeichen.de



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