Feb 13

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Die besten Sportarten für Arthrose-Patienten



Regelmäßige Bewegung ist unerlässlich. Arthrose-Patienten sollten trotz oder gerade wegen ihrer Bewegungsschmerzen regelmäßig Sport treiben. Denn nur bei kontinuierlicher Bewegung wird ausreichend Gelenkschmiere produziert, um einen reibungslosen Bewegungsablauf zu gewährleisten.

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Feb 13

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Die besten Sportarten für Arthrose-Patienten



Regelmäßige Bewegung ist unerlässlich. Arthrose-Patienten sollten trotz oder gerade wegen ihrer Bewegungsschmerzen regelmäßig Sport treiben. Denn nur bei kontinuierlicher Bewegung wird ausreichend Gelenkschmiere produziert, um einen reibungslosen Bewegungsablauf zu gewährleisten.


Gerade bei der Diagnose Arthrose ist es an der Zeit, aktiv zu werden. Finden Sie sich nicht mit ihrer Krankheit ab und versuchen Sie nicht, durch wenig Bewegung und eine Schonhaltung die Schmerzen zu vermeiden. Bleiben Sie mobil!


Auch wenn die Knorpelschäden an den Gelenken nicht wieder rückgängig gemacht werden können, so kann der Arthroseverlauf zumindest verlangsamt oder sogar gestoppt werden. Denn durch die Bewegung wird das Gelenk angeregt, vermehrt Gelenkschmiere zu produzieren. Gelenkschmiere ernährt den Knorpel, sorgt für ein reibungsloses Gleiten der Gelenkflächen aufeinander und dient als Stoßdämpfer. Ein guter Muskelaufbau entlastet außerdem die Gelenke und schützt sie vor Über- und Fehlbelastungen.

Beim Sport gilt: gelenkschonend statt gelenkstrapazierend


Senta Berger beim Nordic-Walken

Welche Sportart individuell am besten geeignet ist, sollte auf jeden Fall mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Er berät Sie, wie Sie ihr Sportprogramm auf Ihr Krankheitsstadium abstimmen können.


Grundsätzlich ist Sport nur in schmerzfreien oder wenigstens schmerzarmen Perioden möglich. In akuten Phasen sollte sich der Patient schonen und der Arzt ihn konsequent schmerztherapeutisch behandeln. Moderne Schmerzmittel ermöglichen Arthrosepatienten ein nahezu schmerzfreies Leben. Diese müssen allerdings optimal auf den einzelnen Patienten abgestimmt sein und differenziert angewendet werden.


Senta Berger im Schwimmbad

Generell gilt: Nur gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Gymnastik, Aquajogging oder auch Bewegungsübungen wie Tai Chi (Chinesisches Schattenboxen) und Yoga sind für Arthrose-Betroffene empfehlenswert. Wen es in die Natur zieht, der sollte Rad fahren, Ski langlaufen oder wandern. Gelenkstrapazierende Sportarten wie Tennis und Squash mit plötzlichen Stopps aus voller Bewegung oder Joggen auf hartem Untergrund sind dagegen für Patienten mit Gelenkproblemen ungeeignet.

Besonders gut geeignete Sportarten für Arthrosepatienten:


Senta Berger beim Radfahren

Radfahren. Beim Radfahren bewegt sich das Kniegelenk gleichmäßig, ohne dabei das Körpergewicht zu tragen. Auch für Betroffene, die nicht an einer Kniegelenksarthrose leiden, ist diese Sportart empfehlenswert. Ein großer Vorteil: Sie können sowohl draußen in der Natur als auch drinnen auf dem Hometrainer oder Ergometer trainieren. Wählen Sie möglichst kleine Gänge und stellen Sie den Sattel so ein, dass die Fersen gerade das Pedal erreichen.

Nordic Walking. Eine gute Alternative zum Gelenk strapazierenden Jogging ist die immer beliebter werdende Trendsportart Nordic Walking. Es schont vor allem die Knie. Denn immerhin muss beim Jogging das Kniegelenk das Zwei- bis Dreifache des Körpergewichts abfangen, dagegen beim Nordic Walking nur das Ein- bis Eineinhalbfache. Wählen Sie Schuhe mit ausreichender Stützfunktion und guten Dämpfungseigenschaften, und ziehen Sie federnde Waldböden, Feld- oder Sandwege harten Asphaltböden vor.

Aquajogging. Egal welches Gelenk von Arthrose betroffen ist: Bewegung im Wasser ist besonders gelenkschonend. Durch den Wasserauftrieb wird die Belastung aller Gelenke deutlich reduziert. Bei Wassertemperaturen über 30 Grad ist das Bewegungstraining angenehmer. Patienten mit einer bereits weit fortgeschrittenen Arthrose können beim Aquajogging eine Auftriebsweste tragen, wodurch die Gelenke zusätzlich entlastet werden. Gleichzeitig wird die Muskulatur trainiert – mit positiver Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel.

Schwimmen. Wie beim Aquajogging entlastet der Wasserauftrieb auch beim Schwimmen die Gelenke. Kraul- oder Rückenschwimmen sind besser als Brustschwimmen, denn beim Brustschwimmen bildet sich ein Hohlkreuz, und die Halswirbel werden extrem nach hinten gebeugt. Die gleichmäßigen Auf- und Ab-Bewegungen der Beine beim Kraul- und Rückenschwimmen sind besonders für die Kniegelenke besser geeignet als die Scherbewegungen beim Brustschwimmen.


Quellennachweis für Text und Bild:

Initiative „Stark gegen den Schmerz“

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Feb 13

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Zu wenig Flüssigkeit – ein häufig unterschätztes Problem bei älteren Menschen

Ausreichendes Trinken: kleine Tat mit großer Wirkung

Mundtrockenheit, trockene Schleimhäute oder schlaffe Haut sind Anzeichen einer unzureichenden Flüssigkeitszufuhr. Weitere Symptome wie Verstopfung, die veränderte Wirkung eines Medikaments, Verwirrtheit, Schwäche und Schwindel oder erhöhte Anfälligkeit für Infektionen werden nur selten mit Flüssigkeitsmangel in Verbindung gebracht, können aber Folgen von Austrocknung sein. Lebensbedrohend wird es bei Bewusstlosigkeit, Kreislauf- oder Nierenversagen. Oftmals ist eine Einweisung ins Krankenhaus erforderlich. Doch soweit muss es nicht kommen.


Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt gesunden älteren Menschen eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von 2,25 Litern. 1,5 Liter sollten über Getränke und die restliche Menge über das Essen (Gemüse, Salate, Obst, Milchprodukte u.s.w.) aufgenommen werden. „Im Alter ist es besonders wichtig, regelmäßig und ausreichend zu trinken. Bei Personen, die pflegebedürftig sind oder in Heimen wohnen, müssen entsprechende Angebote für die zu betreuenden Personen geschaffen und das Personal geschult werden“, betont Prof. Dr. Helmut Heseker, Vizepräsident der DGE. Für Senioreneinrichtungen und ambulante Pflegedienste hat die DGE Eckpunkte zur praktischen Umsetzung erstellt, um die Situation vor Ort zu verbessern.

Hintergrundinformation: Mangelnde Gewohnheit, Angst vor nächtlichen Toilettengängen, Inkontinenz oder Prostataleiden (bei Männern) können wichtige Trinkhemmnisse sein. Für allein Lebende kann das Transportieren schwerer Getränke – ob vom Supermarkt nach Hause oder vom Keller in die erste Etage – zum Hindernis werden. Pflegebedürftige sind manchmal nicht mehr in der Lage, ihr Getränk zu erreichen, selbst wenn es direkt neben ihnen steht. Erschwerend kommt im Alter hinzu, dass häufig das Durstgefühl abnimmt. Verliert die Niere ihre Fähigkeit, den Harn zu konzentrieren und wird somit mehr Wasser ausgeschieden, muss auch mehr getrunken werden. Gleiches gilt bei einer erhöhten Protein- und Elektrolytzufuhr, bei starkem Schwitzen (z. B. im Sommer, bei Fieber, in überheizten Räumen, bei körperlicher Anstrengung) aber auch bei Durchfall, Erbrechen und Einnahme von Abführ- oder Entwässerungsmitteln. Dies alles macht ältere Menschen besonders anfällig für eine Dehydration (= Austrocknung).


Leben Senioren mit ihrer Familie gemeinsam unter einen Dach, können Kinder und Enkelkinder mithelfen, das richtige Trinkverhalten zu trainieren. Schwieriger ist es in Heimen und in der Altenpflege. Den Mitarbeitern kommt hier eine besondere Verantwortung zu. Es ist deshalb sinnvoll, dass Mitarbeiter bzw. Trägerinstitutionen von Senioreneinrichtungen und ambulanten Pflegediensten ein Getränkekonzept etablieren. Wichtige Eckpunkte des Konzepts sollten sein:

Altersgerechte Getränke anbieten: Besonders geeignet sind Trinkwasser, Mineralwasser, stilles Wasser, verdünnte Obstsäfte (Schorlen) sowie Früchte- und Kräutertees. Zwischen verschiedenen Kalt- und Heißgetränken sollte abgewechselt werden und die Vorlieben und Gewohnheiten der Bewohner Berücksichtigung finden. Falls gewünscht, können zusätzlich in Maßen Kaffee, schwarzer Tee und ggf. am Abend Bier und Wein(schorlen) gereicht werden. Auch Suppen, Milch- und Buttermilchgetränke sowie Obst-, Gemüse- und Multivitaminsäfte leisten einen Beitrag zur Flüssigkeitsversorgung. Die Getränke sollten dabei über den Tag verteilt angeboten und getrunken werden. Wichtig ist, dass sie auch für jeden jederzeit erreichbar sind. Das Getränkeangebot muss der Stoffwechselsituation und dem Gesundheitszustand angepasst sein.

Strukturelle Maßnahmen in der Einrichtung treffen: Neben der Frage, welche Getränke in Altenheimen angeboten werden, ist auch das WIE entscheidend. Ein Trinkplan, der für alle Heimbewohner zugänglich ist, erinnert an das regelmäßige Trinken zu bestimmten Zeiten. Bei Personen mit unbefriedigendem Trinkverhalten können Trinkprotokolle geführt werden. Eine Schulung der Mitarbeiter und eine individuelle Beratung der Senioren verbessern die Akzeptanz und die Umsetzung.

Tipps für die praktische Umsetzung:

  • Die Einrichtung von Selbstbedienungsmöglichkeiten für Getränke (z. B. Getränkeoase) ist hilfreich.
  • Leere Gläser und Becher sollten immer wieder aufgefüllt werden.
  • Je weniger jemand isst, desto mehr sollte getrunken werden. Denn: Bei geringer Nahrungsaufnahme, kleinen Mahlzeiten oder seltener Mahlzeitenaufnahme fehlt das in der Nahrung enthaltene Wasser.
  • Hilfs- und pflegebedürftige Senioren benötigen adäquate Hilfeleistung und Unterstützung beim Trinken. Spezielle Trinkgefäße empfehlen sich bei Bettlägerigen und das Anreichern der Getränke bei Geschwächten bzw. bei verminderter Energie- und Nährstoffaufnahme.
  • Auf die Flüssigkeitsversorgung von (vermeintlich) selbständigen Bewohnern achten.
  • Demenzkranke greifen häufiger zum Becher, wenn sich hierin eine gefärbte oder farbige Flüssigkeit befindet.








  • Beispiel für einen Tages-Trinkplan
    für Senioren
    Frühstück 2 Tassen Milchkaffee, Tee oder Kakao 250 ml
    Zwischenmahlzeit 1 Glas Fruchtsaftschorle oder Buttermilch 200 ml
    Mittagessen 1 Glas Mineralwasser

    1 Teller Suppe
    200 ml

    150 ml
    Zwischenmahlzeit 1 große Tasse Tee oder Milchkaffee 200 ml
    Abendessen 2 Tassen Kräutertee 300 ml
    später Abend 1 Saftschorle, Mineralwasser oder

    ggf. 1 Glas Bier bzw. Wein(schorle)
    200 ml
    Gesamtmenge 1500 ml


    Eine Begrenzung der Flüssigkeitsmenge, ggf. sogar eine Bilanzierung kann bei Patienten mit (starker) Herzinsuffizienz bzw. Störungen der Flüssigkeitsausscheidung (z. B. bestimmte Nierenschädigungen) erforderlich sein. Hier ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt unerlässlich.


    Quellennachweis: DGE-aktuell 08/2005

    Feb 13

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    Impfzeit

    Service Impfen aktuell

    Die neugestaltete und erweiterte Internetseite www.impfenaktuell.de bietet viele Informationen zu Impfungen und Infektionskrankheiten. Der
    interaktive Impfstatus-Check erstellt einen individuellen Impfplan
    für den lückenlosen Impfschutz. Damit die Informationen immer
    griffbereit sind, können zu jedem Thema kostenlose Broschüren
    bestellt werden. Als besonderen Service beantwortet eine erfahrene
    Beratungsärztin Fragen zum persönlichen Impfschutz: Jeden Montag von
    14 bis 17 Uhr unter 0 61 51 / 13 6 99 25 oder per E-Mail an
    info@impfen-aktuell.de


    Mit wenigen Klicks können Interessierte durch die Internetseite surfen und die
    Services rund um den persönlichen Impfschutz nutzen.
    Eltern, Jugendliche, Erwachsene, über 60-Jährige oder auch chronisch
    Kranke finden in den Rubriken Wissenswertes
    verständlich erklärt. Selbsttests wie der Impfstatus-Check und
    Checklisten laden zum Mitmachen ein. Mit einem kostenlosen
    E-Mail-Newsletter informiert der SIA zusätzlich viermal im Jahr über
    aktuelle Themen zum Impfschutz.


    Auch weiterhin berät der SIA bei individuellen Fragen telefonisch
    und per E-Mail. „Viele Anrufer nutzen unsere kostenlose Beratung um
    sich ohne Zeitdruck zu informieren“ so Irmela Schnee, erfahrene
    Beratungsärztin des SIA. „Eltern fragen oft, wie sie ihr Kind am
    sichersten vor Infektionskrankheiten schützen können. Aber auch über
    60-Jährige und Reisende möchten ihren Impfschutz auf die persönlichen
    Bedürfnisse abstimmen. Gut informiert fällt es leichter, eine
    Entscheidung zu treffen.“ Die Beratung des SIA richtet sich dabei
    immer nach den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission
    (STIKO) am Robert Koch-Institut.

    Feb 13

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    „Ruhig stellen“ gilt nicht mehr – mit Kraft und Ausdauer


    Bild: Circuittraining im Trainingstherapiebereich

    „Ruhig stellen, wenig körperliche Betätigung und bloß kein Sport“ -
    die bei Herzinsuffizienz lange Zeit verordnete Inaktivität setzte
    einen Teufelskreis in Gang: Die resultierende Muskelfehlfunktion
    belastete zusätzlich das ohnehin geschwächte Herz.


    Heute besteht kein Zweifel mehr daran, dass neben der richtigen Ernährung eine gezielte Trainingstherapie unerlässlich ist. Doch was darf den schwerkranken
    Patienten zugemutet werden? In einer interdisziplinären Studie prüfen Kardiologen, Sportmediziner und Trainingswissenschaftler spezielle
    Trainingsprogramme, von denen sich vor allem bei einer kombinierten
    Kraft- und Ausdauerbelastung die Herz-Kreislauffunktion der Patienten
    wesentlich verbesserte.

    Training unterstützt Blutstrom und entlastet Herz

    Herzinsuffizienz ist lebensbedrohlicher als manche Krebserkrankung und
    wird leider immer wieder als Altersleiden abgetan. Noch heute fallen
    viele der Betroffenen durch das Netz der medizinischen Betreuung. Die
    Folge: 40 Prozent der Patienten sterben innerhalb eines Jahres nach
    der ersten Krankenhauseinweisung. Leider vermeiden die Patienten aus
    Angst vor Luftnot und anderen Beschwerden schon von sich aus
    übermäßige Bewegung, was ihre Situation rapide verschlimmert. Durch
    eine gezielte Bewegungstherapie lassen sich viele der bei
    Herzinsuffizienz ablaufenden Krankheitsmechanismen positiv
    beeinflussen. Körperliches Training wirkt muskelaufbauend und
    entzündungshemmend und verbessert die bei Herzinsuffizienz vorhandene
    Fehlfunktion der Gefäßwände, wodurch letztlich der Blutstrom
    unterstützt und das Herz entlastet wird.

    Ergebnisse sprechen für lebensbegleitendes Training

    Von den drei untersuchten Trainingsformen zeigte eine Mischung aus
    Kraft- und Ausdauerbelastung beim sog. Circuittraining den höchsten
    funktionellen Nutzen bei einem geringen Risikoprofil (Vermeidung von
    systolischen Blutdruckspitzen). So verbesserte sich die Herz-
    Kreislauffunktion (verstärkte Pumpkraft und Sauerstoffaufnahme, linke
    Herzkammer verkleinert sich), die Lebensqualität der Patienten nahm
    wieder zu, der Schweregrad der Herzinsuffizienz nach der sogenannten NYHA-Klassifikation hatte sich nach sechs Monaten um einen Grad verbessert – und der größte Erfolg der Therapiemaßnahmen deutet sich in einer verringerten Anzahl von Krankenhauseinweisungen und damit letztlich weniger Todesfällen an.
    Die Hälfte aller Teilnehmer der Studie setzte das Training nach Ende der TOUCH-Studie zweimal wöchentlich fort und nahm dafür auch längere
    Anfahrten in Kauf.

    Drei Trainingsformen: Ausdauer-, Kraft- und Circuittraining

    Bei der TOUCH-Studie (Trial to Evaluate a Comprehensive Care for Heart
    Failure Patients) vergleicht drei unterschiedliche Trainingsformen über einen Zeitraum von sechs Monaten mit je drei Trainingseinheiten pro Woche: ein Ausdauertraining auf dem Fahrradergometer, ein Maximalkrafttraining an speziellen Krafttrainingsgeräten sowie ein Circuittraining, das
    Kraftübungen und Ausdauerbelastung verbindet.


    erschienen in: Rubin, Wisenschaftsmagazin der Ruhr-Universität Bochum

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    Feb 13

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    Vegetarierstudie: Ein bisschen Fleisch schadet nicht, wenn man sonst gesund lebt


    Fleisch auf dem Grill

    Man muss nicht unbedingt Vegetarier sein, um das Alter eines Methusalems zu erreichen. Wer auf das Rauchen verzichtet, Alkohol nur in Maßen genießt, körperlich aktiv bleibt und Übergewicht vermeidet, kann sein Risiko, vorzeitig zu sterben, drastisch reduzieren. Ein mäßiger Fleischkonsum ist bei gesunder Lebensweise offenbar nicht von Nachteil, wie die deutsche Vegetarier-Studie zeigt.


    21 Jahre lang, von 1978 bis 1999, haben Epidemiologen des Deutschen Krebsforschungszentrums unter Federführung von Professor Jenny Chang-Claude Vegetarier und gesundheitsbewusste Nichtvegetarier beobachtet. Ziel der Studie war es, die Auswirkungen der vegetarischen Ernährung und des damit verbundenen Lebensstils auf das Sterberisiko zu verstehen. Zu diesem Zweck wurden Sterbefälle bei den Studienteilnehmern regelmäßig erfasst und mit den für die Allgemeinbevölkerung im entsprechenden Alter zu erwartenden Werten verglichen. Die Wissenschaftler haben die insgesamt 1904 Studienteilnehmer in drei verschiedenen Ernährungstypen unterschieden: Veganer (60 Teilnehmer), die weder Fleisch noch andere tierische Lebensmittel wie Eier oder Milch zu sich nahmen, Ovo-Lakto-Vegetarier (1165 Studienteilnehmer), die Fleisch mieden, aber Eier und Milchprodukte aßen, und Nichtvegetarier (679 Teilnehmer), die angaben, gelegentlich kleine Mengen an Fleisch oder Fisch zu essen.


    Bis Ende 1999 waren 535 (28 Prozent) der Studienteilnehmer verstorben. Damit lag die Gesamtmortalität der Probanden deutlich unter der Sterblichkeit der Allgemeinbevölkerung. Bei den Männern war die Sterblichkeit um fast die Hälfte reduziert, bei den Frauen um rund ein Drittel. Verringert war vor allem das Risiko, an Herzkreislauferkrankungen zu sterben. Aber auch das Sterberisiko an Krebs, Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Erkrankungen war unter den Studienteilnehmern deutlich erniedrigt.


    Innerhalb der Studienpopulation zeigte sich keine Abhängigkeit des Sterberisikos vom Fleischkonsum. Vegetarier hatten jedoch ein tendenziell geringeres Risiko als Nicht-Vegetarier, an einer koronaren Herzerkrankung zu sterben. Dieser Befund erreichte zwar keine statistische Signifikanz, lässt sich aber durchaus mit der Fleischabstinenz erklären und steht in Einklang mit der Hypothese, dass tierische Fette und cholesterinreiche Kost die koronare Herzkrankheit begünstigen, kommentiert Chang-Claude. Trotz der geringen Zahl an Rauchern unter den Probanden erwies sich auch in dieser Studie das Rauchen als stärkste Einflussgröße der Mortalität. Regelmäßiger Konsum von Alkohol steigerte vor allem das Risiko an Krebserkrankungen zu sterben, während starkes Übergewicht eher die herzkreislaufbedingte Mortalität in die Höhe trieb. Schützend vor nahezu allen Todesursachen, von Herzkreislauferkrankungen bis zu Krebs, wirkte sich eine mäßige bis hohe körperliche Aktivität aus.


    Ein Unterschied der Mortalität bei Vegetariern und Nicht-Vegetariern ließ sich nicht nachweisen. „Beide Gruppen unterschieden sich jedoch aufgrund ihres insgesamt sehr gesundheitsbewussten Lebensstils deutlich von der Allgemeinbevölkerung“, betont Chang-Claude. Als Rezept für ein langes Leben empfiehlt die Epidemiologin sowohl Vegetariern als auch Nicht-Vegetariern: Verzicht auf das Rauchen, regelmäßige Bewegung, eine Ernährung reich an Obst und Gemüse, nur moderaten Alkoholgenuss und Vermeidung von Übergewicht.


    Quelle: Jenny Chang-Claude, Silke Hermann, Ursula Eilber, and Karen Steindorf: Lifestyle Determinants and Mortality in German Vegetarians and Health-Conscious Persons: Results of a 21-Year Follow-up. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev, April 2005; 14(4), 963-968.

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    Feb 13

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    Liebeskrankheit ist eine ernsthafte Krankheit



    London (pte) – Vor dem 18. Jahrhundert wurde Liebeskrankheit Tausende Jahre lang als eine Krankheit anerkannt. In den vergangenen 200 Jahren wird dieser Zustand von Ärzten nicht mehr als ernsthafte Diagnose akzeptiert. Doch nun hat der Psychologe Frank Tallis nachgewiesen, dass es sich bei der Liebeskrankheit um eine wirkliche Krankheit handelt.


    In der Zeitschrift The Psychologist fordert Tallis, dass dem Phänomen der Liebeskrankheit mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Alle jene Symptome, die normalerweise als Hinweise auf eine entstehende Liebe gelten, wie das Kaufen von Geschenken, das Warten auf einen Telefonanruf oder die Vorbereitung einer Verabredung können auch Anzeichen von ernsthaften Problemen sein. Tallis untersuchte laut The Independent beginnend mit den alten Griechen die historische Entwicklung der Einstellungen gegenüber Liebe und geistige Erkrankungen.


    Laut Tallis zeigten aktuelle Forschungsergebnisse, dass die Auswirkungen der Liebeskrankheit mit den modernsten medizinischen Fachausdrücken diagnostiziert werden können. Zu den Symptomen gehören Manien, wie Hochstimmung, ein überhöhtes Selbstbewusstsein und Depressionen, die sich als Traurigkeit oder Schlafstörungen niederschlagen. Aspekte einer Zwangsneurose können auch bei jenen gefunden werden die liebeskrank sind. Dazu gehört auch das permanente Abrufen von Textnachrichten oder Mails.


    Laut Tallis wird dem Psychologen niemanden mit der Diagnose „liebeskrank“ überwiesen. Die genaue Überprüfung der benutzten Sprache kann jedoch ergeben, dass eine Liebeskrankheit durchaus das zugrunde liegende Problem ist. „Viele Menschen werden weiter geschickt, die mit der Intensität der Liebe nicht zurecht kommen, die durch das Verlieben aus dem Gleichgewicht geraten oder die leiden, weil ihre Liebe nicht erwidert wird.“ Eine mögliche Folge sei ein Selbstmordversuch, der die alte Behauptung wahr mache, dass Liebe tödlich sein könne. Tallis argumentiert, dass es viele Studien zur Behandlung von Beziehungsproblemen und psychosexuellen Störungen gäbe, aber nur sehr wenig Beschäftigung mit der Liebeskrankheit an sich.

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